Das alles kann Chinin!
Hinter dem Begriff Chinin steckt die Chinarinde, die früher die einzige Medizin gegen Malaria war. Man könnte meinen der Baum hätte was mit China zu tun. Das Wort stammt aus dem altperuanischen Wort "kina kina" und bedeutet „Rinde der Rinden“. Der Hauptinhaltsstoff der Pflanze das Chinin wirkt fiebersenkend und schmerzlindernd. Auch Muskelkrämpfe kann man damit behandeln.
Der Ursprung des Baumes liegt in den Bergregionen Südamerikas. Er ist bereits in vielen tropischen Gebieten beheimatet. Die Rinde wird ähnlich wie bei der Korkeiche geerntet und der Baum wächst einfach weiter.
Es gibt 40 Arten des Baumes, aber am meisten Chinin enthält der gelbe Chinarindenbaum (Cinchona officinalis). Früher hatten die Jesuiten ein Monopol auf den Baum. Sie kontrollierten seine Verbreitung.
Nur Eingeweihten wurde das wissen zu Teil, dass das hilfreiche Pulver aus diesem Baum gewonnen wurde. Zur Bekämpfung der Malaria wog man das Chinin in dieser Zeit mit Gold auf. Es war das einzig bekannte Medikament gegen Malaria. Erst später wurde es zu einem Heilmittel für „Alle“.
Auch bei Masern und Pocken oder Wurmbefall zählte man auf das Mittel. Vor hundert Jahren wurde es auch gegen Asthma, Keuchhusten und Grippe an. Chinin soll auch vor Syphilis bewahren und gegen Kahlköpfigkeit helfen.
Im 18. Jahrhundert begann Hahnemann mit Hilfe der Chinarinde die Homöopathie zu erforschen. Er machte einen Selbstversuch und stellte fest dass Einnahme von Chinin die Symptome wie bei Malaria hervorriefen. Er kehrte diese Tatsache um und damit fing er an „Gleiches mit Gleichem“zu heilen. Heute ist die Wirkung des Chinin bestens bewiesen.
Chinarinde hat auch heute noch in der Homöopathie große Bedeutung. Sie wird in einem breiten Spektrum von Kopfweh bis Erschöpfung eingesetzt, außerdem ist sie ein ausgesprochenes Frauenmittel. In den Dreißigern war der schmerzlindernde Effekt im Mittelpunkt. Heute behandelt man damit nächtliche Wadenkrämpfe.
Gewarnt wird vor Chinin in der Schwangerschaft. Deshalb sollte man während dieser Zeit auf „Bitter Lemon“ und „Tonic Water“ verzichten.
Quelle Apotheken Umschau
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