
12.06.2008, 17:48
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Atmen kann man neu lernen!
Durch Stress und Hektik im Alltag verlernen wir richtig zu atmen. Jeder Mensch hat einen anderen Atemrhythmus, so wie jeder auch einen anderen Fingerabdruck hat.
An einem Tag atmen wir ungefähr 20.000-mal ein und aus. Ein halber Liter Sauerstoff kommt mit jedem Atemzug in unsere Lungen. Auf ein ganzes Menschenleben gerechnet sind das dreihundert Millionen Liter.
Ohne Luft könnten wir weder sprechen noch singen noch schreien. Auch zum Lachen brauchen wir sie und wird es beim Fernsehen spannend, dann halten wir die Luft an. Oder wir keuchen auch, wenn uns die Luft nach anstrengendem Treppensteigen ausgeht. Sanft fließt unser Atem, wenn wir uns in der früh noch mal im Bett umdrehen um ein bisschen zu dösen.
Die Atmung ist ein guter Anzeiger wie unser Wohlbefinden ist und wie wir uns gerade fühlen, denn schon ein einziger Gedanke kann unsere Atmung verändern.
Ungeduldig Menschen z. B. können nicht abwarten bis der Atem von selbst kommt. Sie ziehen die Luft kraftvoll ein ohne auf den Einatemimpuls zu warten.
Die Stimme gibt uns ebenfalls Aufschlüsse über die Atmung. Ständig angespannte Bauchmuskeln lassen die Stimme gepresst klingen. Die Körperhaltung beeinflusst die Atmung ebenfalls. Sitzt man nur am Computer verkürzt sich die Brustmuskulatur. Deshalb können „Bildschirmarbeiter“ nicht mehr richtig in den Bauch atmen.
Die Art und Wiese wie man atmet drückt auch viel aus. Lässt man die Luft fließen oder atmet man in Etappen aus. Lässt man die natürliche Pause nach dem ausatmen zu? All das kann Aufschluss über unser Befinden geben.
Unsere natürliche Atmung wird im Lauf des Lebens durch Atemmuster ersetzt, die uns nicht gut tun, so die Münchner Yogalehrerin Doris Iding. Babys atmen noch vollständig also mit dem ganzen Körper, bereits Grundschüler atmen nur noch bis zur Brust. Leistungsdruck und Stress und kein Training lassen die Atmung schon früh verkümmern. Die Verbindung zwischen Atmung und Körper ist unterbrochen, das führt zu zahlreichen Störungen. Wir werden unruhig und unfähig zu entspannen und es kommt zu Verspannungen im Schulter- und Nackenbereich.
Desto hektischer unser Leben wird umso kurzatmiger werden wir. Einatmen das kann jeder, beim ausatmen tun sich Viele schwer indem sie nur kurz ausatmen oder halten sogar die Luft an. Dieser Zustand wird Pressatmung genannt.
Langes Ausatmen kann man wieder lernen und üben z. B. beim Joggen oder gehen. Es sollte die Regelgelten
„Zwei Schritte lang einatmen, dann vier Schritte lang ausatmen!“ Durch „Yogaatemübungen“ oder „Erfahrbarer Atem nach Ilse Middendorf“ kann man wieder lernen tiefer zu atmen. Sie gründete schon 1965 ihr Institut für Atemtherapie in Berlin.
Pranayama, (Energie, Atem) so nennt sich eine Atemtechnik aus dem Yoga, sie gehört zu verschiedenen Asanas (Körperhaltungen) dazu gehört auch Meditation diese Techniken ergänzen sich zu einem vollkommenen Programm im Yoga.
Aus dem Yoga ist überliefert, dass jeder Mensch eine bestimmte Anzahl an Atemzügen im Leben zur Verfügung hat, sind sie verbraucht stirbt der Mensch. Deshalb wird im Yoga soviel Bewusstsein auf das Atmen gelegt.
Im Yoga wird in bestimmte Körperbereiche hineingeatmet. Über den bewussten Atem kann man auch den Geist lenken. Wichtig ist den Atem einfach zuzulassen und kommen und gehen lassen, was nicht einfach ist, so Iding. Entspannung ist erlernbar, das wird einem klar wenn man eine solche Therapie beginnt.
Bewusstes Atmen hilft uns bewusster zu Leben. Der Atem bringt uns mit dem Leben in Kontakt.
Übungen zum tieferen Atmen:
Bei der Wechselatmung (Pranayama) sollte man ruhig sitzen. Die Augen können offen oder geschlossen sein.
Pranayama
Man sitzt aufrecht auf dem Stuhl die linke Hand ruht auf dem Knie. Normal einatmen dann das rechte Nasenloch mit dem Daumen verschließen.
Über das linke Nasenloch ausatmen. Dann über das linke Nasenloch wieder tief einatmen Linkes Nasenloch danach mit Ring- und kleinem Finger verschließen.
Das rechte Nasenloch mit dem Daumen verschließen und Atem kurz anhalten.
Konzentration auf die Mitte der Augenbrauen. Atmen Sie durch das rechte Nasenloch wieder aus und dann ein, Atem anhalten usw.
Wiederholen Sie den Zyklus einige Male.
Wechselatmung verbindet linke und rechte Gehirnhälfte und hilft uns nach dem Arbeitstag zu entspannen.
Die Brust öffnen
Die Hände hinter dem Rücken falten und vom Körper wegziehen. Atmen Sie dabei tief. Vor allem Frauen leiden unter einer Verkürzung der Muskeln in diesem Bereich. Diese Übung ist sehr hilfreich auch bei PC-Arbeit.
Übung zur vertieften Atmung
Schlagen sie die Zunge im Mund nach hinten um und machen sie 2-3 tiefe Atemzüge. Diese Übung macht die Stimme tiefer und die Atmung!
Übung zur Entspannung
Am offenen Fenster rekeln und dehnen, aber nicht strecken, das verspannt. Seufzen Sie, gähnen Sie. Das entspannt. Versuchen Sie auch Folgendes: Beckenbreit stehen, lockere Knie, dann Kopf senken und langsam Wirbelsäule nach unten abrollen. Dann mit Armen und Händen nach vorne dehnen und Körper aufrichten.
Quelle Apotheken Umschau
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