AIDS: HIV-Infektion über die Mandeln durch Oralverkehr möglich -
26.07.2007, 20:45
Bisher ging man immer davon aus, dass eine Ansteckung mit dem HI-Virus über die Mundschleimhaut unwahrscheinlich sei. Eine aktuelle Studie zeigt nun aber, dass als Ort der Übertragung die aber Mandeln infrage kommen.
Es stimmt zwar nach wie vor, dass eine Infektion durch Küssen relativ unwahrscheinlich ist, doch man sollte bei ungeschütztem Oralverkehr vorsichtig sein, so die Wissenschaftler. Dabei kommen weniger die Mundschleimhaut oder das Zahnfleisch infrage, dafür aber besonders die Mandeln. Diese Erkenntnisse zeigten Ergebnisse einer Studie vom National Institute of Dental and Craniofacial Research in Maryland.
Im Mund bekämpfen Speichel und gewisse Proteine, sowie die dicken Schleimhäute Infektionen sehr effektiv. Dagegen sind die Mandeln weitaus geringer geschützt. Das HI-Virus benötigt Wirtszellen um sich zu vermehren. Dafür kommen besonders die T-Helferzellen, welche normalerweise eine entscheidende Rolle bei der Immunabwehr spielen. Solche Zellen findet man besonders in den Mandeln.
Die Forscher verglichen für diesen Test Gene des Zahnfleischs und der Mandeln. Dabei wurde ein entscheidender Unterschied deutlich, nämlich dass in den Mandeln verstärkt das CXCR4-Oberflächenprotein, an welches das HI-Virus gerne andockt, vorkommt. Außerdem war der Anteil von antiviralen Proteinen niedriger, was es Eindringlingen erleichtert in das Gewebe einzudringen. Dagegen enthält das Zahnfleisch sowohl antivirale Proteine, als auch mehr Keratin. Durch das Keratin wird das Gewebe verdickt und hält so Eindringlingen besser stand.
Zwar ist nur ein kleiner Teil der Neuansteckungen auf ungeschützten Oralverkehr zurückzuführen, dennoch empfehlen die Wissenschaftler vorsichtig zu sein.
Quellen: Focus.de; American Journal of Pathology
Bilderquelle: pixelio.de