Fußreflexzonentherapie: Überliefert von alten Hochkulturen
96 Reflexzonen am Fuß repräsentieren den menschlichen Körper. Deshalb ist es möglich von diesen Stellen aus zu heilen. Eine Bürokauffrau aus Wiesbaden litt chronisch an Schultersteife. Der Arzt verschrieb ihr Physiotherapie. Da ihr der Schulterbereich sehr schmerzte war sie davon nicht begeistert. Der Arzt empfahl ihr eine Fußreflexzonentherapeutin, Frau Sigrid Klotzbach. Also wurden die Schultern verschont da sie zu schmerzempfindlich waren. Zuerst wurden über die Fußreflexzonentherapie der akute Schmerz im Schulterbereich gelindert, danach wurde erst direkt im Schulterbereich behandelt. Bei 80 Prozent der Patienten ist diese Behandlung erfolgreich und erleichtert die eigentliche Behandlung, so Klotzbach.
Die Fußreflexzonentherapie war schon bei den Maya und in der traditionellen chinesischen Medizin bekannt. Der amerikanische Arzt Dr. William Fitzgerald machte diese Therapieform Anfang des 20. Jahrhunderts im Westen bekannt. Heutzutage findet die weiterentwickelte Form der Fußreflexzonentherapie von Hanne Marquard Anwendung. Sie ging davon aus, dass unser gesamter Körper mit den inneren Organen, seinen Abläufen und Geweben sich in unseren Füßen spiegelt.
So gibt es gewisse Punkte, die uns über andere Teile unseres Körpers informieren und auch ansprechbar sind. So korrespondiert z. B. die Stelle wo der kleine Zeh in den Mittelfußknochen mündet mit dem Schulterbereich. Die Zehenzwischenräume werden den oberen Lymphwegen Kopf und Hals zugeordnet. Die Zehen dem Kopfbereich und über den Großzehenballen kann die Luft- und Speiseröhre angeregt werden.
Der Therapeut bearbeitet mit unterschiedlichen Griffen mehr oder weniger Druck über die Füße die einzelnen Regionen des Körpers. Bei der ersten Untersuchung stellt der Therapeut fest, wie sich die Haut und das Gewebe des Fußes anfühlen. Der Patient gibt Rückmeldung über schmerzhafte Stellen, so Klotzbach. Nach dieser Fußdiagnose versucht der Therapeut in den folgenden Therapiestunden die betroffenen Regionen am Fuß anzuregen oder zu beruhigen. Störungen lassen sich dadurch positiv beeinflussen und es sollen vor allem auch die Selbstheilungskräfte des Patienten angeregt werden. Diese Therapie ersetzt keinesfalls die Diagnose eines Arztes. Als unterstützende Therapie sind Erfolge bei Menstruationsbeschwerden, Kopfschmerzen zu verzeichnen, aber auch eine harmonisierende Wirkung auf das Hormonsystem ist damit zu erzielen. Da sie entspannend wirkt, hilft sie beim Geburtsvorgang und bei Verdauungsbeschwerden, auch leichte Störungen beim Entleeren der Harnblase vermag sie positiv zu beeinflussen.
Gute Erfolge werden dieser Therapieform auch bei Schultersteife und Arthrose zugeschrieben. Bei mittelschwerer Kniegelenkarthrose stellte sich bei einer Studie der Uniklinik Jena heraus, dass die Schmerzen sich deutlich verringern und dass die Funktionen des Knies sich deutlich verbesserten.
Eine weitere Studie mit Reizdarmpatienten soll anlaufen. Organische Ursachen wurden bei den Patienten ausgeschlossen. Jetzt wird untersucht ob Fußreflexzonentherapie auch diese Symptome mildern kann.
Gesetzliche Krankenkassen erstatten die Kosten dieser Therapieform nicht. Die Kosten etwa 20 – 40 € muss man pro Behandlung selbst übernehmen. Für die Bürokauffrau hat sich die Ausgabe gelohnt. Ihre Schultern sind wieder schmerzfrei und ihre Arme bewegt sie ohne Beschwerden.
Tipp zur Selbstmassage
Setzen Sie sich bequem hin, so dass Sie den Fuß locker greifen können. Nur den Socken von dem zu massierenden Fuß abziehen. Eine Hand massiert den Fuß die andere hält ihn. Bei trockener Haut ist es gut etwas Öl oder Fußbalsam zu nehmen.
Dann streichen Sie an der Innenseite und Außenseite mit sanftem Druck um den Knöchel herum Massieren sie langsam auf der Fußoberseite zu den Zehen vor. Orientieren sie sich dabei am Verlauf der Knochen. Ziehen Sie sanft den großen Zeh nach vorn und drücken sie ihn nach unten. Danach kneten, drehen und massieren Sie jede einzelne Zehe. Dann kommt die Fußsohle dran.
Beginnen Sie unterhalb des kleinen Zehs von außen nach innen, dann von oben nach unten massieren. Beim rechten Fuß gilt die Ausnahme, die gut für den Darm ist. Streichen Sie hier von der Ferse bis zur Fußmitte. Ansonsten verfahren sie wie bei dem linken Fuß.
Quelle Apotheken Umschau
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