Notfallset für Allergiker
Wespenstiche, Nussgebäck, aber auch Antibiotika können bei empfindlichen Personen schwere allergische Reaktionen bewirken. Dies kann bis zum allergischen Schock (Anaphylaxie) gehen, aber auch Atemnot, Kreislaufschwäche können eintreten. Vor allem Lebensmittelallergiker können statistisch gesehen einmal in ihrem Leben in diese gefährliche Situation geraten. Eine Umfrage des DAAB (Deutscher Allergie- und Asthmabund) hat ergeben, dass 70 Prozent der Patienten mehrfach mit einer anaphylaktischen Reaktion konfrontiert waren.
Deshalb sollte man einen Lebensretter in der Handtasche haben und für den Ernstfall vorbeugen. Mit Notfallmedikamenten lässt sich das Voranschreiten der Symptome verhindern und die Zeit bis zum Eintreffen des Arztes überbrücken. Jeder Allergiker, der schon mal in einer bedrohlichen Situation war, sollte ein Notfallset bei sich haben, so Professorin Worm, Allergie-Centrums-Charite.
Da es so ein Set nicht standardmäßig gibt, sollte man es vom Arzt verordnen lassen und individuell zusammenstellen. Darin sollten in der Regel ein Antihistaminikum und ein Cortisonpräparat zum Dämpfen der Überreaktion des Immunsystems enthalten sein. Außerdem Adrenalin zum Anregen des Kreislaufes und zur Abschwellung der Schleimhaut der Bronchien. Das Präparat sollte in Form eines Autoinjektors vorhanden sein. Diese kann sich der Betroffene in den Oberschenkel injizieren. Trat Luftnot auf, ist ein Betamimetikum hilfreich. Es wirkt erweiternd auf die Luftwege. Nur selten ist gerade ein Arzt in der Nähe, wenn eine Anaphylaxie eintritt. Es ist deshalb auch wichtig Kontaktpersonen zu informieren und sie mit der Handhabung des Notfallsets vertraut zu machen.
Die Symptome eines beginnenden anaphylaktischen Schocks sind gerötete Haut, Kratzen im Mund oder kribbelnde Hände. Wann das Notfallset zum Einsatz kommt sollte man mit seinem Allergologen abklären.
Zuerst immer den Notarzt verständigen, dann zuerst den verordneten Teil des Antihistaminikums verabreichen, danach den Anteil des Kortisons, so Schnadt vom DAAB. In schweren Fällen sollte Adrenalin mit Hilfe des Autoinjektors verabreicht werden. Dies kann lebensrettend wirken.
Wichtig ist auch die Handhabung des Notfallsets geläufig zu halten und die Haltbarkeit der Medikamente zu prüfen. Denn das beste Notfallset hilft nichts, wenn man die Anwendung vergessen hat. Allergien kommen aus heiterem Himmel, deshalb ist es wichtig für den Notfall gut vorbereitet zu sein.
Quelle Apotheken Umschau
|