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Standard Schwangerschaftsabbruch erhöht Risiko für Fehlgeburten - 26.02.2008, 16:05

Wissenschaftler drei deutscher Universitäten erforschten gemeinsam die Auswirkungen von Abtreibungen auf spätere Schwangerschaften bezüglich Fehl- und Totgeburten.



Gemeinsam mit Kollegen der TU-München und Rostock analysierte Manfred Voigt von der Uni Greifswald etwa eine Millionen Geburten. Untersucht wurden Mütter, die das erste Kind auf die Welt brachten. Die dazu verwendeten Daten stammen aus einer Perinatalerhebung, welche bundesweit im Zeitraum zw. 1995 und 2000 durchgeführt wurde.

Ihre erste oder sogar mehrere Schwangerschaften brachen davon 52.000 vor ihrem Erstgeborenen ab. 117.000 der beobachteten Mütter erlitten eine Fehlgeburt und 3000 von ihnen gebaren ein totes Kind. Die anderen etwa 800.000 Frauen wurden ohne eine solche Vorgeschichte schwanger.

Das Ergebnis sieht wie folgt aus: Bei unvorbelasteten Müttern lag das Risiko für eine Frühgeburt bei 7,6 Prozent. Wurde vorher bereits ein Kind abgetrieben, so steigerte sich die Gefahr einer Frühgeburt auf 8.7 Prozent. Kamen im Vorfeld weitere Abtreibungen dazu, lag das Risiko sogar bei 10.1 Prozent. Noch höher liegt das Fehlgeburtrisiko bei Frauen die bereits im Vorfeld eine Fehlgeburt erlitten hatten. Bei ihnen lag das Risiko für eine Fehlgeburt bei 14,1 Prozent. Am allerhöchsten aber ist das Risiko, wenn die Frau bereits eine Todgeburt mitmachen musste. Bei diesen Müttern lag das Risiko für ein Frühchen sogar bei 18.3 Prozent. Die Wahrscheinlichkeit, dass das Kind voll ausgetragen wurde, aber bei der Geburt trotzdem zu klein war, stieg durch die Vorbelastungen dagegen nicht.

Es wird vermutet, dass eine Ausschabung oder ein Schwangerschaftsabbruch die Gebärmutterschleimhaut und den Gebärmutterhals beschädigt. Die Wissenschaftler empfehlen daher, Frauen mit einer entsprechenden Vorgecshichte als Risikoschwangere einzustufen.

Schon seit Jahren nimmt in Deutschland die Zahl der Frühgeburten kontinuierlich zu. Gründe dafür könnten sein, dass künstliche Befruchtungen zunehmen und auch Mütter immer älter werden, so vermuten Mediziner.

Quelle: focus online
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