Morbus-Crohn-Behandlung ohne Kortison
Bisher vertraut man in der Therapie von Morbus Crohn, eine bisher unheilbare chronische Darmentzündung, auf Kortison. Mithilfe von Kortison lindert man die Symptome eines akuten Schubs und garantiert, dass sich der Darm nicht wieder entzündet. Jedoch leiden die Patienten häufig unter den Nebenwirkungen des recht aggressiven Arzneimittels. Durch eine internationale Sutdie wurde nun aber belegt, dass man Morbus Crohn auch ohne Steroide erfolgreich behandeln kann.
Unter der Leitung von Geert D’Haens, einem belgischen Gastroenterologen, behandelten Mediziner in einer zweijährigen Studie 129 an Morbus-Crohn erkrankte Patienten zur Hälfte mit Kortison, um schmerzhafte Baurchkrämpfe und Durchfall, die klassischen Symptome bei Morbos Crohn, zu lindern. Im Anschluss Immunsuppressiva und letztlich entzündungshemmende Antikörper. Die andere Hälfte der Patienten erhielt die neue sog. „Top-down“-Behandlung. Das bedeutet, dass diese Hälfte von Beginn an eine Kombination diverser Medikamente, welche das Immunsystem unterdrücken, sowie Antikörpern, aber eben kein Kortison.
Nach sechs Monaten waren 60 Prozent der Patienten ohne Kortison symptomfrei, dagegen nur 36 Prozent der Patienten denen Kortison verabreicht wurde.
Diese Studie wies also nach, dass eine alternative Therapie erfolgreicher und dazu noch für den Patienten schonender erfolgen kann.
Im Medizinblatt „The Lancet“ bezeichnet der Studienleiter Geert D’Haans die Studie als einen Meilenstein für die Behandlung von Morbus Crohn. Es wurde aber bisher nicht untersucht, welchen Einzeleffekt die jweiligen Wirkstoffe haben, sondern wie das therapeutische Gesamtkonzept den Verlauf der Krankheit positiv verändern kann.
Man kann dieses Studienergebnis auch auf andere Krankheiten übertragen. So haben die Forscher bereits ganz ähnliche Vergleiche für Rheuma gesehen. Es wird erwartet, dass diese Methode auch auf andere chron. Autoimmunkrankheiten übertragbar ist.
Quelle: focus online
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