| Ist es sinnvoll Vitaminpräparate einzunehmen? -
07.02.2008, 23:11
Die Regale von Drogeriemärkten, Apotheken und Supermärkten sind voll mit Vitaminpräparaten obwohl die wenigsten Menschen in Deutschland an einer Unterversorgung mit Mineralstoffen und Vitaminen leiden. Man sollte aber beachten dass manche Präparate eher schaden können als nutzen und vielleicht sogar überflüssig sind. Spüren wir eine Erkältung, meinen wir uns mit einem Glas Vitamin C und Zink davor zu schützen. Kinder essen Pommes, dann will man sein schlechtes Gewissen vielleicht dadurch beruhigen in dem man ihm ein Multivitaminpräparat gibt. Man hat festgestellt, dass nicht Fast-food-Junkies und Workaholics, deren Mittagspause aus zwei Zigaretten besteht zu Vitaminpräparaten greifen, sondern gesundheitsbewusste Menschen, die Sport treiben und nicht dick sind. Dieses Klientel will noch mehr für seinen Körper tun und greift zu diesen Nahrungsergänzungsmitteln. Doch wer nicht unter einem Mangel leidet und solche Mittel nimmt, riskiert sogar sich Schaden zuzufügen. Eine Überdosierung kann Folgen haben. Nimmt man dauerhaft viel Vitamin A ein kann das zu brüchigen Knochen führen. Durch zuviel Vitamin E wird die Blutgerinnungszeit verlängert. Bei zu viel an Magnesium kann es zu Durchfall kommen und es schadet zusätzlich den Nieren. Wer zur Bildung von Nieren- und Harnsteinen neigt sollt nicht noch Calcium einnehmen, eil es diese Tendenz noch verstärkt. Das sind die Gründe die dafür sprechen die Dosierung von Nahrungsergänzungsmitteln zu begrenzen. Die gesetzlichen Höchstmengen werden derzeit auf EU-Ebene diskutiert und sollten auch festgelegt werden. Schon 2004 wurde vom Bundesinstitut für Risikobewertung etwas über Vitamine und Mineralstoffen veröffentlicht. Dabei wurden welche Mengen unbedenklich sind und einkalkuliert wie viel eins Stoffes aus ernährungsphysiologischer Sicht sinnvoll sind. Das Bf R hat auch Höchstmengen von Nährstoffen empfohlen für den Verbraucherschutz bei denen bislang die Einnahme als äußerst unbedenklich galt. Prof. Großklaus, Fachgruppe Diätische Lebensmittel Ernährung und Allergien. wünscht sich, dass diese Werte Eingang in die Gesetzgebung finden. Aber es sieht nicht danach aus, denn die EU-Kommission lehnte 2007 ab Höchstmengen für Stoffe festzulegen, bei denen keine Beweise für negative Nebenwirkungen vorlagen. Wie auch immer der Ökotest hält die Vorschläge des BfR für begründet. Höhere Dosen an Vitaminen akzeptiert Ökotest bei Arzneimitteln. In diesem Fall steht auch ein Arzt für Rat zur Seite und es gibt einen Beipackzettel, der vor Nebenwirkungen warnt. Mit Nahrungsergänzungsmittel kann man auch keine Krankheiten behandeln und wer sich abwechslungsreich ernährt braucht keine zusätzlichen Vitamine. Greift man trotzdem zu diesen Produkten sollte man aber wissen welche Mengen sinnvoll sind und nicht schaden. Normalerweise ist es nicht schwierig seinen Bedarf an Vitamin- und Mineralstoffen zu decken. Eine abwechslungsreiche Ernährung mit Obst Gemüse Milchprodukten und Vollkornbrot reicht aus um die Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung sogar zu überschreiten. Nur Vitamin D und Folsäure sind bei uns rar. Aber einmal pro Woche Seefisch und auch hier ist alles im Lot. Ob tatsächlich ein Vitaminmangel vorliegt kann der Arzt feststellen. Quelle Ökotest. |