
17.12.2007, 22:14
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Kopfschmerzen – Medikamente allein reichen zur Therapie nicht aus
Eine Patientin von Dr. Biehl Kopfschmerzambulanz in Münster klagt über wiederkehrende Migräneattacken. Sie nimmt ihre Medikamente, wenn möglich am Anfang einer Attacke. Drei - viermal im Monat muss die 48-jährige Patientin das aushalten. Da Kopfschmerz keine äußerlichen Symptome hat wird die Diagnose über ein Gespräch gestellt.
In der Medizin gibt es über 200 Arten von Kopfschmerz die richtige Diagnose für einen Patienten zu erstellen ist nicht einfach und erfordert Geduld. Es wird abgefragt, wann kommen die Schmerzen, wie lange dauern sie usw.
Jeder hat schon mal unter Kopfschmerz gelitten. Die Ursachen waren klar z. B. zu wenig Trinken an einem heißen Tag oder zuviel Alkohol getrunken. Die Beschwerden verschwinden meist von selbst wieder oder mithilfe einer Schmerztablette. Manchmal ist die Ursache auch ein grippaler Infekt.
Folgendes kann bei Spannungskopfschmerz hilfreich sein:
Gelegentlichen Kopfschmerz kann man mit rezeptfreien Schmerzmitteln behandeln wie z. B. solchen mit Acetylsalicylsäure, Paracetamol oder Ibuprofen. Auch Minzöl auf die Schläfen aufgetragen hat sich immer wieder bewährt.
Schwieriger ist es schon bei Dauerkopfschmerzen mehr als 15 Tage im Monat, da können Antidepressive vorbeugend wirken. Besser ist es den Arzt zu konsultieren und zuerst Ursachenforschung zu betreiben.
Wie bei Migräne ist es empfehlenswert mit Entspannungsübungen, Sport und Physiotherapie vorzubeugen.
Gegen Verspannungen helfen zudem Fangopackungen und Wärmepads.
Körperliche Ursachen finden die Ärzte meist nicht. Wird das Leiden chronisch kann man nicht mehr mit Schmerzmitteln therapieren, weil diese nicht länger als 3 Tage eingenommen werden dürfen. Die Forscher haben speziell für diesen Fall Tabletten mit dem Wirkstoff Triptan entwickelt. Vorteilhaft ist es auch in so einem Fall ein Schmerztagebuch zu führen, damit der Arzt auch sehen kann wie die Medikation anspricht. Bei manchen Patienten kommt es bei der Behandlung mit Triptanen zu Nebenwirkungen.
Bis vor zwei Jahren war eine Eigenmedikation nicht möglich. Durch die Rezeptfreiheit kann jeder diese Medikamente in der Apotheke beziehen. Ein Arzt kann die Medikation besser beurteilen, außerdem weiß er ob es zu negativen Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten kommt. Triptane sollten auch nicht bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen eingenommen werden.
Es kann durch Falscheinnahme zu Kopfschmerzen kommen. Durch Überdosierung kann es zu neuerlichem Schmerz kommen. Dadurch kann ein Teufelskreis und eine Chronifizierung des Leidens ausgelöst werden: Es ist ratsam den Arzt zu konsultieren um die richtige Wahl des Mittels zu finden. Ist die Diagnose eindeutig muss nicht immer wieder ein Arzt eingeschaltet werden und man kann die Medikamente selbst kaufen.
Am besten ist es, wenn man zusätzlich Entspannungsübungen und Sport macht. Studien beweisen, dass Ausdauersport die Häufigkeit von Migräneattacken halbiert. Und die Schwere um ein Drittel reduziert. Auch die progressive Entspannung nach Jacobsen hat positive Auswirkungen.
In der Migränetherapie setzen Erfolge nicht über Nacht ein. Oft vergeht ein halbes Jahr bis man weiß ob eine Therapie greift.
Was bei Migräne hilft:
Nach aktuellen Erkenntnissen der Neurologen ist die Ursache von Migräne die Überreizung von Nervenzellen als folge davon kommt es zu Entzündungsreaktionen in den Blutgefäßen im Gehirn.
Leichte Attacken normale Schmerzmittel wie z. B. Paracetamol, Schmerzmittel mit Acetylsalicylsäure etc.
Bei mittelschweren Attacken sind Triptane anzuwenden. Vorbeugend werden blutdrucksenkende Mittel Propranolol und Metoprolol eingesetzt. Es ist auf jeden Fall empfohlen die medikamentöse Therapie mit anderen Maßnahmen zu unterstützen.
Auslösefaktoren für Kopfschmerzen können auch Rotwein oder Käse sein. Es ist wichtig einen ausgeglichenen Schlaf-Wach-Rhythmus und die Nerven zu beruhigen z, B. mit Entspannungsübungen oder Yoga.
Tritt ein Anfall auf helfen neben Medikamenten absolute Ruhe, Abdunkelung des Raumes und Kühlung der Stirn (Gelkühlmaske)
Es gibt noch eine andere Art Kopfschmerz den Clusterkopfschmerz. Tritt häufig bei jungen Männern auf. Den meisten hilft reiner Sauerstoff. Daneben gibt es auch Sumatripan als Nasenspray oder Injektion. Zur Vorbeugung wird der Kalziumkanalblocker Verapamil eingesetzt.
Trotz all der Medizin kostet dieses Massenleiden der deutschen Wirtschaft jährlich 5 Milliarden Euro in Form von Fehltagen.
Auch Ärzte stehen vor einem Problem außer Schmerzmitteln können sie den Patienten nicht viel bieten. Diese sollten nach höchstens drei Behandlungstagen abgesetzt werden. Zur Vorbeugung können Antidepressiva eingesetzt werden. Am Besten, weil ohne Nebenwirkungen, sind zur Vorbeugung natürlich nichtmedikamentöse Maßnahmen, wie schon erwähnt.
Quelle Apothekenumschau
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