Alle Gedanken drehen sich bei diesen jungen Frauen um das Thema Essen. Sie versuchen mit Diäten und Sport ihr einziges Ziel zu verfolgen: nämlich nicht zuzunehmen. Magersucht, lateinisch Anorexia nervosa genannt ist eine langwierige Angelegenheit und nach Therapieerfolgen gibt es oft Rückfälle. Es kann auch zu einer chronischen Erkrankung kommen. Diese Erkrankung hat die höchste Sterberate bei jungen Menschen, meint der Leiter einer neuen Studie Dr. Jörn von Wietersheim in Ulm.
Es kann der plötzliche Herztod eintreten durch ständige Mangelernährung. Oft kommt es bei diesen Patienten auch zum Selbstmord. Bei der Studie werden zwei ambulante Therapien mit den Standardtherapien der niedergelassenen Ärzte verglichen. Daran können junge Frauen freiwillig teilnehmen.
Der verhaltenstherapeutische Ansatz behandelt die Symptome. So werden z. B. Esstagebücher geführt um dieses Verhalten bewusst zu machen und zu ändern.
Die andere Therapie betrachtet mehr die Persönlichkeit des Patienten. Dort werden die hinter der Essstörung liegenden Konflikte betrachtet. Über einen Zeitraum von 10 Monaten werden die Teilnehmer der Studie 40 Therapien besuchen, die immer einem festgelegten Ablauf folgen.
Von Wietersheim hat festgestellt, dass die Spezialtherapie voraussichtlich erfolgreicher sein wird als andere Therapieformen. Man schätzt, dass in Deutschland ca. 100000 junge Frauen an Magersucht leiden. Wenig Selbstwertgefühl und Probleme während der Pubertät sind oft die Ursache für die Erkrankung. In dem die Frauen das Schlanksein in den Vordergrund stellen, verschwinden alle anderen Probleme im Hintergrund und werden verdrängt. Unter neun Unikliniken führt Ulm die größte Studie durch. Die Studie wird unterstützt vom Bundesministerium für Bildung und Forschung. Frauen ab 18 mit Diagnose Magersucht Bodymaßindex 15-18,5 können an der Studie teilnehmen.
Mehr zum Thema: Junge Mädchen leiden sehr oft an Essstörungen Quelle NUZ