Navigationssysteme für Operationen
Gehirnoperationen sind ein großes Risiko. Werden bei einer Operation wichtige Strukturen verletzt kann es zu Lähmungen und anderen Ausfällen kommen. Brainlab München entwickelte ein Softwareprogramm, das Bilder aus der Kernspintomographie oder Röntgenbilder in 3-D-Bilder umwandelt. Diese können bei Operationen genutzt werden und erleichtern Ärzten die Arbeit.
Ein Betrachten des Bildes war bis jetzt aber nur vor der Operation möglich. Man wollte die Programme so weiterentwickeln, dass Sie auch während der Therapie genutzt werden konnten.
Die Navigationssysteme funktionieren so: Es werden aktuelle Aufnahmen von Kopf und Gehirn gemacht. Diese Daten werden zusammengefügt und es entsteht ein dreidimensionales Bild, das als Grundlage für die Operation dient. Dadurch kann man bei kritischen Operationen z. B. Hirnstamm und Sehnerv umgehen und so Komplikationen vermeiden. Es werden auch Sensoren und Infrarotkameras während der Operation eingesetzt um feststellen zu können wo sich die Instrumente während der Operation befinden und wie der Patient liegt. Das ermöglicht den Ärzten sogar genauer als mit dem Auge zu erkennen wo der Fremdkörper sitzt und welches Gewebe sie entfernen. Sie können genauer arbeiten. Die Neurochirurgische Klinik in München-Großhadern setzt diese Systeme schon einige Jahre ein. Auch bei der Bestrahlung kranker Körperzellen von außen werden diese Systeme bald unverzichtbar.
Auf Darstellungen der Leber in 3-D ist die Bremer Firma Mevis ausgerichtet. Das System zeigt an, wie die Leber eines Spenders geteilt werden kann ohne ihn zu gefährden. Dann wird sie dem Patienten mit Leberversagen eingepflanzt. Allerdings arbeiten die Geräte speziell bei Leberoperationen noch nicht in Echtzeit. Das ist derzeit die Herausforderung der Entwickler der Software. Sie wollen das System um eine Navigationsfunktion erweitern.
Auch Zahnärzte nutzen bereits eine andere Form von Navigation, die ihnen hilft Zahnimplantate korrekt zu positionieren. RoboDent, so heißt das System, verhindert so, dass viel geschnitten werden muss und der Zahnarzt weiß ob das Implantat richtig sitzt oder der Bohrer korrekt angesetzt ist.
Die Geräte sind teuer. Krankenhäuser schaffen diese Geräte auch an, wenn die Krankenkassen die Geräte nicht bezahlen, da die Eingriffe für den Patienten schonender sind. In der Regel verkürzt diese Therapie auch den Aufenthalt der Patienten, was dann doch wieder zu Kosteneinsparungen führt.
Um die Datenflut in den Griff zu bekommen arbeiten die Softwareexperten derzeit daran Schnittstellen zu entwickeln um die neuen Navigationssysteme an die Systeme der Krankenhäuser zu koppeln.
Quelle Süddeutsch Zeitung
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