Blutvergiftung: Rettung durch grünen Tee
Gerät eine Infektion außer Kontrolle, so droht eine lebensgefährliche Blutvergiftung. Eine Sepsis (Blutvergiftung) endet in bis zu 50 Prozent der Fälle tödlich. Forscher vom Feinstein-Institut für Medizin-Forschung in New York entdeckten nun einen Bestandteil, der in grünem Tee vorkommt, als eine eventuelle Rettung. Im Tierversuch an Mäusen konnten die Tiere vor dem Tod durch eine Blutvergiftung gerettet werden, dank dem Wirkstoff Epigallocatechingallat (EGCG), welcher im grünen Tee vorkommt.
Der Studienleiter Hauchao Wang testete dutzende chinesischer Kräuter auf Wirksamkeit gegen die Entzündung. Er wurde letztlich beim grünen Tee fündig. Das darin enthaltene EGCG ist ein Schutzstoff der Pflanze mit einer antioxidativen Wirkung. Bei einer fortgeschrittenen Blutvergiftung schüttet der Körper ein ein gewisses Molekül aus, welches durch das EGCG unschädlich gemacht werden kann. Dieses ausgeschüttete Molekül ist wahrscheinlich auch maßgeblich am tödlichen Verlauf einer Sepsis beteiligt.
Den Mäusen wurde eine Menge des Wirkstoffes verabreicht, die ca. zehn Tassen grünem Tee entspricht. Die Überlebensrate der Tiere stieg auf 82 Prozent gegenüber 53 Prozent bei der Gruppe, welche die Blutvergiftung ohne grünem Tee überstehen sollte. Es konnten also durch Verabreichung des grünen Tees 25 Prozent mehr Tiere am Leben gehalten werden, als ohne. Liese sich das Ganze auf Menschen übertragen, so wäre es schon ein großer Erfolg, wenn nur fünf Prozent mehr vor einer tödlichen Blutvergiftung gerettet werden könnten, meinte der Leiter der Studie Hauchao Wang. Er ist zuversichtlich, dass sein Laborversuch an Mäusen bald auch in klinischen Studien am Menschen überprüft werden kann.
Quelle: FOCUS
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