Selbstgespräche zu führen kann nützlich sein
Redet jemand laut vor sich hin, gilt er landläufig als senil oder seltsam. Manche Menschen denken sie sind nicht normal, wenn sie hin und wieder laut zu sich selbst sprechen. Oder wenn sie jemand anders dabei ertappt wie sie laut nachdenken, ist es ihnen total peinlich. Einigen passiert es sogar beim Fernsehen, dass sie laut denken.- Manche Menschen murmeln auch vor sich hin, wenn sie angestrengt arbeiten und denken, dass Selbstgespräche dazugehören und finden so ein Verhalten selbstverständlich und normal.
Dieser Meinung ist auch Psychologin Schirl aus Wien. Bei kleinen Kindern z. B. kann man feststellen, dass sie Ihr Spielen und Tun ständig mit Selbstgesprächen kommentieren. Sie stellen sich hin und wieder auch Spielkameraden vor, denen sie dann von ihren Plänen und Spielen erzählen und denen sie auch Misserfolg oder Erfolg beim Spielen mitteilen. Oder sie schimpfen laut vor sich hin, wenn etwas nicht klappt oder sie loben sich auch selbst.
Sind sie dann fünf Jahre alt geworden, machen sie es immer mehr wie die Erwachsenen und verlagern den Dialog nach innen. Ab und zu, wenn ein Kind unsicher ist oder außer sich ist, fällt es in das Selbstgespräch zurück.
Das kann man auch bei Erwachsenen feststellen, wenn sie sich am Schrank stoßen, brüllen sie diesen an etc. oder wenn sie gegen jemanden Groll hegen, fluchen sie vielleicht laut über diese Person obwohl die gar nicht anwesend ist.
Oder bei der Arbeit sagt jemand zu sich selbst, so jetzt muss ich noch kehren dann bin ich fertig.
Dieses Gespräch mit dem Ego ist nicht nur wichtig um sich abzureagieren oder sich Mut zu machen, es hilft die Denkfähigkeit zu steigern und hilft schnell Problemlösungen zu finden. An der Uni Bamberg und Wien wurden bei Tests mit Maschinenbau-Studenten festgestellt, dass diejenigen beim Konstruieren besser waren, die während dem Konstruieren mit sich selbst sprachen.
Es hat sich herausgestellt so Schirl, dass Selbstgespräche Stress abbauen, auch Zweifel und negatives Denken. Bestimmte Affirmationen werden sogar in der Therapie eingesetzt. Denn es hat sich herausgestellt, dass das laut gesprochene Wort mehr Kraft hat als bloß der Gedanke, weil es mehr Sinne anspricht.
Die Psychologin rät sich bewusst mit der inneren Stimme auseinanderzusetzen und sich zu fragen: Wer steckt hinter dieser inneren Stimme? Ein Giftzwerg oder Angsthase? Laut ihrer Erfahrung verbirgt immer ein konstruktiver Hintergedanke wenn die innere Stimme sich meldet, auch wenn sie sich vielleicht etwas rau ausdrückt. Bemerkt man dass man immer wieder negative Affirmationen formuliert, wie z. B. ich mach alles falsch etc. sollte man das umformulieren und z. B. sagen: Diesmal hab ich das falsch gemacht aber nächstes Mal schaffe ich es. So kann man sich entspannen und setzt sich nicht selbst ständig unter Druck.
Eine psychische Störung liegt nur vor, wenn sich das Ganze verselbständigt und derjenige nur schlecht über sich redet. Ansonsten gilt durch inneren Dialog kann ich die Sicht auf die Welt und das Selbstbild beeinflussen, wenn ich will positiv.
Quelle: Apothekenumschau
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