Wissenschaftler aus Skandinavien sehen einen Zusammenhang zwischen dem
BMI (Body-Mass-Index) der Mutter und der Konzentrationsstörung ADHS bei Kindern. Sie stellten fest, dass Kinder, die an der Aufmerksamkeitsstörung ADHS leiden, häufig übergewichtige Mütter haben.
Diese Feststellung machten Forscher der Uni in Uppsala, nachdem sie Daten von mehr als 12.500 Kindern aus Dänemark, Finnland und Schweden ausgewertet hatten. Falls es wirklich einen Zusammenhang zwischen Übergewicht der Mutter in der Schwangerschaft und dem ADHS geben sollte, würde dies auch erklären, wieso die Zahl der von ADHS betroffenen Kindern so stark ansteigt.
Die Forscher begleiteten die Kinder über einen Zeitraum vom Mutterleib bis zur Einschulung. Dabei zeigte sich, dass jeder zehnte der untersuchten Kinder die für ADHS typischen Verhaltensauffälligkeiten zeigte. Ganz besonders war die Hyperaktivität, sowie die geringe Aufmerksamkeitsspanne vorgekommen. Dabei muss man aber anmerken, dass bei den Kindern keine wirkliche ADHS-Diagnose durch einen Arzt gestellt wurde, sondern die Informationen von Fragebögen stammen, welche die Klassleiter beantwortet haben.
Ein Zusammenhang zwischen ADHS und dem
Body-Mass-Index der Mutter wurden nicht nur bei einem starken Übergewicht, sondern bereit bei einem leichten Übergewicht in den ersten Schwangerschaftswochen festgestellt. Ganz besonders hoch war das Risiko, dass das Kind an ADHS erkrankt, bei Müttern die zu Beginn der Schwangerschaft übergewichtig waren und dann bis zur tatsächlichen Geburt noch stark an Gewicht zunahmen. Dagegen konnten die Forscher bei Frauen, die zu Beginn der Schwangerschaft schlank waren und dann in der Schwangerschaft selber deutlich zugenommen haben, kein erhöhtes Risiko des ADHS erkennen.
Was genau die Ursache für den Zusammenhang ist, wollen die Forscher noch genauer herausfinden. Momentan kann man nur Vermutungen anstellen. So könnten sich evtl. Hormone oder Schadstoffe aus der Umwelt im Fettgewebe sammeln. Auch möglich ist, dass das Übergewicht der Mutter und auch das ADHS-Risiko beim Kind genetisch vorbestimmt sind.
Es ist auf jeden Fall ratsam, die Schwangerschaft mit einem Idealgewicht zu beginnen. So kann das Risiko von ADHS beim Kind minimiert werden
Quelle: focus.de