Schlafkrankheit - Trypanosomen fressen Antikörper
Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation sollen im tropischen Afrika etwa eine halbe Million Menschen an der Schlafkrankheit leiden. Jedes Jahr sterben daran bis zu 70.000 Menschen. Nun entdeckten Forscher aus Göttingen und Darmstadt, wie es die Erreger des Tropenfiebers schaffen, dem menschlichen Immunsystem zu entkommen. Dazu transportieren die Parasiten die Antikörper, welche für sie gefährlich sein könnten zu ihrem Hinterteil und fressen sie kurzerhand einfach auf. Dies berichteten die Forscher von der Uni in Darmstadt, unter der Leitung von Markus Engstler, dem Fachmagazin „Cell“. Auf diese Weise können die Parasiten trotz einer ansteigenden Zahl an Antikörpern im Blut der Menschen überleben.
Nach Beobachtung der Biologen schwimmen die Erreger, welche durch die Tsetsefliege übertragen werden (Trypanosomen), stets in eine feste Richtung und erzeugen so eine Art Strömung. Durch diese Strömung werden die Antikörper nach hinten direkt zum Zellmund der Parasiten getrieben. Anschließend werden sie aufgefressen und verdaut. Dieser Einzeller frisst die eigentlich für ihn tödlichen Antikörper einfach auf.
Um den Strömungseffekt auszuhebeln konnten die Forscher im Labor durch genetische Tricks den „Rückwärtsgang“ der Parasiten aktivieren. So gelangten die Antikörper an die Vorderseite der Zelle und konnten sie somit unschädlich machen. Könnte man nun auch im menschlichen Körper das Schwimmen der Trypansomen verhindern, so hätten sie gegen das Immunsystem des Menschen keine Chance und wären ihm hilflos ausgeliefert.
Quelle: focus.de
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