Viruswaffe: Herpesviren gegen Krebs
Wissenschaftler konnten ein Herpesvirus derart manipulieren, dass es ausschließlich Krebszellen attackierte und gezielt ausschaltete. Diese Krebskiller heißen NV1020 und stammen von einem Herpes-Virus (Herpes-simplex) ab. Dieser vermehrt sich nur in Tumorzellen und tötet diese dabei ab.
Die Forscher möchten dieses Verhalten nun in der Krebstherapie einsetzen. Alex Mescheder erklärte auf der European Society for Medical Oncology (kurz ESMO), welche in Lugano stattfand, dass das Virus gesunde Zellen ignoriere. Die Forscher hoffen, dass sie das Virus für einen gezielten Angriff auf Krebszellen einsetzen können und das gänzlich ohne Nebenwirkungen.
Auf dem Kongress stellte der Wissenschaftler, welcher im Dienste eines Biotech-Unternehmens aus München steht, den momentanen Stand der Studie vor. An dieser beteiligen sich derzeit sieben in den USA ansässige Krebszentren. Er präsentierte außerdem eine Fallbeschreibung aus einem laufenden klinischen Test an Patienten die an Darmkrebs erkrankt sind, bei denen die Tumore bereits Metastasen in weiteren Organen gebildet hatten.
Der Patient hatte bereits an vier Stellen der Lunge und an zehn Stellen der Leber Tochtergeschwüre, als ihm die Wissenschaftler NV1020 in Sitzungen in einem vier-Wochen-Zyklus intravenös verabreichten. Anschließend folgten zwei Chemotherapien.
Nach sechs Monaten waren fast alle Metastasen verschwunden. Insbesondere waren in der Leber die Geschwüre drastisch geschrumpft. Durch die Behandlung überlebte der schwer kranke Patient noch weitere zwölf Monate.
Alex Mescheder meint, dass die Ergebnisse sehr ermutigend seien und die Therapie für die Patienten gut verträglich sei. Alle beteiligten Wissenschaftler erhoffen sich nun einen ähnlich positiven Effekt auf das Krebswachstum der weiteren Teilnehmer der Studie.
Quelle: Focus online
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