Pflege-Öl - Der beste Schutz für die Haut?
Wer nun seine wintertrockene Haut mit einem tollen Pflege-Öl verwöhnen will, der steht vor der wichtigen Wahl: pflanzlich oder lieber mineralisch?
Diese beiden Welten unterscheiden sich häufiger weniger, als es oft behauptet wird – dies erklärt der Dermatologie-Professor Hans-F. Merk...
Wie unterscheiden sich eigentlich künstliche und natürliche Öle?
Für eine richtige Hautpflege ist von Bedeutung, dass diese so genannten künstlichen Öle chemisch definiert sind, dass also die Struktur der Öle bekannt ist. Bei pflanzlichen Ölen, welche durch Extraktion gewonnen werden, ist dies nicht der Fall. Sie dürfen aber nicht vergessen, dass im Grunde mineralisches Öl auch aus Pflanzen besteht - nur dass diese durch Bakterien bereits vor langer Zeit zersetzt worden sind. Allein schon Silikon-Öle verdienen das Prädikat ,,künstlich", weil diese aus chemisch erzeugten Komponenten bestehen.
Man hört ja leider immer wieder, dass mineralische Öle die Haut verschließen.
Ja, aber diese Aussage stimmt nicht immer zwangsläufig. Außerdem hilft auch ein gewisses Maß an Okklusion (das Verschließen) unserer Haut, ihren Wasserverlust zu reduzieren. Und dann hängt es auch von der Konsistenz eines Öles ab, ob es in unsere Haut eindringt oder sich nur auf die Oberfläche legt - nicht davon, wie es eigentlich gewonnen wurde. Bei einer entsprechenden Konsistenz können auch pflanzliche Öle okklusiv sein. Dies unterscheidet sich allerdings von Einzelfall zu Einzelfall, je nachdem, wie zäh das Öl tatsächlich ist.
Paraffin ist ja eher ein sehr populäres mineralisches Öl. Ist es zäh?
Diese Frage lässt sich leider pauschal nicht beantworten. Paraffin wird ja durch einen Destillierungsprozess aus Rohöl gewonnen, bei dem unterschiedliche Abschnitte aufgefangen werden. Die eine Fraktion wird eher dünnflüssigeres Öl hervorbringen, die andere dickflüssigeres Öl. Ein Vorteil der Destillierung ist immer, dass Paraffin sehr hoch gereinigt wird. Deshalb gilt es auch als, “Öl nach den Vorschriften des deutschen Arzneibuchs“.
Lösen Pflanzenöle tatsächlich mehr Allergien aus?
Ja, leider vermehrt. Zum einen produzieren die Pflanzen Allergene, welche sich je nach der Ernte in pflanzlichen Ölen mehr oder weniger stark finden können, und zum anderen sind auch viele Stoffe in den vielen Pflanzenölen labiler als in den chemischen Ölen. Das heißt, die Pflanzenöle reagieren oft sehr schnell mit dem wichtigen Sauerstoff aus der Luft und oxidieren dann leichter, und dann entstehen erst recht starke Allergene. Dies ist allerdings ein wesentliches Problem von pflanzlichen Produkten.
Welche Öle sind empfehlenswert für die Hautpflege?
Es haben sich sowohl pflanzliche als auch mineralische Öle bewährt. Bei einer empfindlichen Haut ist ratsam Paraffinöl zu verwenden, da es extrem sicher sowie stabil ist. Allergische Reaktionen sind hierauf so gut wie unbekannt. Meist eignet es sich sogar auch für den sicheren Schutz der Babyhaut, und überhaupt sind Hautreinigungsprodukte mit Paraffin sinnvoll, da diese vor einer Austrocknung schützen. Pflanzliche Öle können hingegen durch die Nebenbestandteile individuell Hautpflegende Eigenschaften besitzen. Diese Öle sind daher ideal für Massagen, weil diese Öle tiefer in die Haut eindringen und dabei ein weniger fettes Gefühl hinterlassen.
Quelle: beautypress
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